Maßnahmen erfor­derlich zur Bekämpfung des Zusam­men­bruchs von Natur und Tierwelt


15 September 2020

Auf der ganzen Welt wird die Natur ausgebeutet und zerstört, in einem nie zuvor aufgezeichneten Ausmaß. So heißt es im The Living Planet Report, einer kürzlich veröffentlichten Bewertung der globalen Biodiversität. Tierpopulationen sind seit 1970 durchschnittlich um mehr als zwei Drittel zurückgegangen, während die Menschheit die Lebenserhaltungssysteme des Planeten, durch Überkonsum, Bevölkerungswachstum und intensiver Landwirtschaft, an die Grenzen drängt. Experten, NGOs und politische Parteien für die Tiere weltweit, fordern sofortiges Handeln. „Es gibt keinen Planeten B. Wir müssen unser Lebensmittel- und unser Wirtschaftssystem grundlegend verändern, um unsere Gesundheit, Sicherheit und unser Überleben nicht weiter zu gefährden“, so Esther Ouwehand, Parteivorsitzende der niederländischen Partei für die Tiere.

Künstlerische Aktion für einen besseren Schutz der Biodiversität. Letztes Jahr von Tierrechtsparteien und Tierschützern organisiert.

Der Living Planet Report 2020, zusammengetragen von 134 Experten aus der ganzen Welt, ist eine der umfangreichsten Analysen der globalen Biodiversität. Die Ergebnisse sind weitere Beweise für das sechste Massenaussterben des Lebens auf der Erde, mit einer Million, durch menschliches Handeln, vom Aussterben bedrohter Arten, wie es im globalen Analysereports der UN 2019 steht. In allen Regionen der Welt kollabieren Wirbeltier-Populationen, in manchen Regionen sogar mit bis zu 94% (Lateinamerika und die Karibik), in manchen weniger, aber mit einer höchst alarmierenden Durchschnittsrate von 68%.

„Alle Indikatoren des Biodiversitätsverlustes zeigen schnell in die verkehrte Richtung“, sagt Mike Barrett, Geschäftsführer für Konservation und Wissenschaft beim World Wildlife Fund (WWF). Die Ursachen? Der Raubbau von Ökosystemen, Lebensraum Fragmentierung, Abholzung der Wälder und Umwandlung von wilder Natur für die Nahrungsmittelproduktion des Menschen.

„Dringendes und sofortiges Handeln im Nahrungsmittel- und Agrarsektor ist notwendig“, sagt Barrett. „Für den Anfang, werden Regulierungen gebraucht, damit Entwaldungen sofort aus unserer Versorgungskette verschwinden. Das ist absolute Notwendigkeit.“ Sir David Attenborough, der berühmte britische Biologe, der dem Report eine Sammlung von Essays beigefügt hat, betont ebenfalls die Notwendigkeit „systematischer Veränderungen in der Art und Weise, wie wir Nahrungsmittel produzieren, Strom erzeugen, unsere Ozeane managen und Materialien nutzen“ und die Notwendigkeit „einer größeren Gleichstellung, zwischen dem was Länder von der Welt nehmen und dem was sie ihr zurückgeben. Die reicheren Ländern haben eine Menge genommen und jetzt ist die Zeit gekommen, zu geben.“

Plan B: Restauration der Natur und Systemveränderungen


Das ist genau das, was die niederländische Partei für die Tiere und ihre Schwesterparteien weltweit erreichen wollen. Wie Parteivorsitzende Esther Ouwehand erklärt: „Westliche Regierungen spielen eine wichtige Rolle in der Verschlechterung der natürlichen Ressourcen andernorts auf der Welt. Großflächige Importe von Soja, Holz und Palmöl gehen direkt auf Kosten tropischer Regenwälder und Urwälder, Überfischung von der europäischen Fischereiflotte schädigt Seen und Ozeane überall auf der Welt. Unser jetziges wachstumsgesteuertes Wirtschaftssystem ist nicht Nachhaltig; es vergrößert globale Ungerechtigkeiten und zerstört den Planeten. Unendliches Wachstum auf einem endlichen Planeten ist schlichtweg unmöglich. Stattdessen wollen wir eine nachhaltige, ökozentrische Wirtschaft, die jedem genug bietet, innerhalb der Begrenzungen der Erde - Beschrieben im Doughnut Model, vorgestellt von der britischen Ökonomin Kate Raworth.“

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Ökonomin Kate Raworth erklärt die Donut-Ökonomie.

Die Partei für die Tiere will aktive Unterstützung der Restaurierung und dem Schutz von Naturgebieten weltweit. „Die Forschung zeigt, dass Naturschutz- und Restaurierungsbemühungen funktionieren. Natur und Tierpopulationen zeigen beeindruckende Zeichen der Wiederherstellung“ sagt Ouwehand. „Die wichtigste und effektivste Maßnahme, dem Rückgang der Biodiversität Einhalt zu gebieten, ist die Reduzierung des Konsums von Tierprodukten, da die Produktion von Fleisch und Milchprodukten eine der Hauptursachen der Zerstörung der Natur, des Klimawandels, dem Verlust der Lebensräume, und der Entwaldungen ist.“ Darum rufen die Partei für die Tiere, gemeinsam mit ihren Schwesterparteien, zu einer Lebensmittelrevolution auf und dem Ende der industriellen Landwirtschaft.

Mit lokal und national gewählten Abgeordneten in verschiedenen Ländern und im Europäischen Parlament, wollen die Tierrechtsparteien, dass alle politische Entscheidungen mit den Konsequenzen für die Tiere, die Natur, die Umwelt und unsere Gesundheit abgewägt werden. Deshalb führt die Partei für die Tiere den Widerstand gegen destruktive Politik, wie den internationalen Handel in Wildtieren, der Überfischung, den Entwaldungen und Handelsverträgen wie Mercosur an.

„Immer mehr Menschen werden sich der Dringlichkeit, ihre Gewohnheiten und unser System ändern zu müssen, bewusst . Es gibt also Hoffnung!“ fügt Ouwehand hinzu.

(Dieser Text beruht teilweise auf diesem Artikel des The Guardian von Patrick Greenfield)

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