Weltlog Woche 42 – 2009


16 Oktober 2009

In der vergangenen Woche habe ich im Anlauf zur Klimakonferenz von Kopenhagen noch einmal plädiert für fürs Aufnehmen von Verringerung des Fleischkonsums auf die Klimatagesordnung der Niederlande. Das hat zu einer witzigen Diskussion in unserer Volksvertretung mit Mitgliedern des Kabinetts geführt. Ich beschreibe einen Teil der Debatte:

Minister Bos, der Finanzminister:
Vorsitzende. Schließlich. Mit allem was Frau Thieme über Vegetarier gesagt hat, bin ich total einverstanden. Leider ist es noch keine Kabinettspolitik.

Parlamentsmitglied Van der Ham (D66):
Sie machten in Richtung von Frau Thieme eine Bemerkung über Fleischkonsum. Sie sind beiden Vegetarier. Ich bin das nicht. Ich mag Fleisch, aber würde es gut finden, wenn das Kabinett nachhaltigen Fleischkonsum stimuliert, z.B. via Steuermaßnahmen. Habe ich es gut verstanden, dass bei erneuten Erwägungen betrachtet wird, ob man hier Maßnahmen bedenken kann?

Minister Bos, der Finanzminister:
Frau Thieme und ich habe in krummer Zusammenarbeit geschafft, dass der Finanzstaatssekretär bei seiner Vorstudie zur Steuersystemreform auch die Möglichkeit von Fleischsteuer im Auge behält.

Parlamentsmitglied Van der Ham (D66):
Natürlich sind Sie als Vegetarier damit sehr froh, aber ich bin als Fleischliebhaber auch sehr zufrieden, dass dies passiert.

Minister Bos, der Finanzminister:
Vegetarismus ist für meinen Haarwuchs sehr gut, Herr Van der Ham.

Der Kammerpräsident:
Die Möglichkeit einer Fleischsteuer haben wir hier in aller Transparenz schon besprochen, das ist nicht neu, nicht krumm.

Der Premierminister Balkenende:
Vorsitzende. Ich bin mit der letzten Bemerkung sehr froh, denn wenn ich es mich gut erinnere, habe ich diese Zusage gemacht.

Der Kammerpräsident:
Ja.

Der Premierminister Balkenende:
Das müssen wir nicht tun als wäre es ein bilaterales Abkommen zwischen Frau Thieme und Herrr Bos. Das entkräftet den demokratischen Prozess.

Der Kammerpräsident:
Damit bin ich völlig einverstanden.

Es scheint eine wenig bedeutende Debatte zu sein, aber sie zeigt, dass Verringerung des Fleischkonsums aus der niederländischen parlamentarischen Debatte nicht mehr weg zu denken ist. Und in der Anfangzeit der Partei für die Tiere war das noch undenkbar.

Diese Woche habe ich mit allen Fraktionsführern der Zweiten Kammer Surinam, eine ehemalige niederländische Kolonie, besucht. Ich frage die Aufmerksamkeit für Misstände in den Goldminen Imagolds in der Naturgebiet in der Nähe von Brokopondo. Das ganze Rosebel Goldminen Gebiet beträgt etwa 170 Kilometer in der Nähe von Brokopondo. In den Minen arbeiten 1200 Männer und sie wohnen in einem großen Lager auf dem Gelände.

Die meisten Mitarbeiter arbeiten zehn Tage hintereinander und haben dann vier Tage frei oder sie arbeiten 14 Tage hintereinander und haben dann sieben Tage frei. Auf dem Gelände gibt es ein Dorf und das ist Nieuw Koffiekamp.

Es gibt Nachrichten über streunende Hünde die auf dem Gelände getötet werden, den Einsatz von gefährlichen Mitteln wie Quecksilber und/oder Zyanid um das Gold vom Erz zu trennen, Verschmutzung von der Mamanaririnne und der St Pietersrinne. Es gibt also viele alarmierende Umweltnachrichten und deswegen werde ich die Goldmine besuchen und über die gemeldeten Probleme reden. Falls jemand mehr weiß über diese Probleme, dann höre ich das selbstverständlich sehr gerne.

Bis nächste Woche!