Europäische Land­wirt­schafts­sub­ven­tionen sind eine Bedrohung für die Arten­vielfalt


20 Dezember 2017

Nicht nachhaltige Landwirtschaftspraktiken verursachen Verschmutzungen von Land, Wasser und Luft und den Verlust der Artenvielfalt. Die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union stützt diesen Zustand. Das geht aus einer neuen Studie der Wageningen Enviromental Research (Alterra) hervor, die im Auftrag des Welt Natur Fonds (WNF) durchgeführt wurde. Die Mehrzahl der 1 Milliarden Euro, der jährlichen GAP-Gelder für die Niederlande, geht in Gebiete in denen der Druck auf die Natur und die Artenvielfalt am größten ist. Der WNF plädiert darum für eine radikale Reform des GAP.


Die europäische Agrarpolitik wurde nach dem zweiten Weltkrieg zur Erhöhung der Landwirtschaftsproduktion entwickelt, damit es genügend bezahlbare Nahrungsmittel gibt. Das führte zu weitreichender Intensivierung und Vergrößerung, mit großen negativen Folgen für die Qualität von Wasser, Land, Luft und Artenvielfalt in Europa.

Europa gibt jedes Jahr 60 Milliarden für Landwirtschaftssubventionen aus. Jedes Jahr empfangen niederländische Bauern, auf Basis historischer Rechte, ungefähr 750 Millionen Euro Einkommensunterstützung. An den Erhalt dieser Subventionen sind zwar Bedingungen, auf dem Gebiet der Natur, der Umwelt und Landschaft, gebunden, aber die scheinen nicht sehr effektiv zu sein. Frühere Versuche das GAP zu vergrünen führten kaum zu Resultaten.

Radikale Umwälzung nötig

Der Untersuchungsbericht der niederländischen Alterra zeigt den Zusammenhang zwischen den Geldern des GAP in den Niederlanden und den Druck auf die Artenvielfalt. GAP-Gelder sind vor allem hoch in Regionen mit intensiv arbeitenden Unternehmen, die einen negativen Einfluss auf die Umwelt und die Artenvielfalt haben. Außerdem gibt es in der heutigen GAP kaum ausreichende Anreize die Natur und die Artenvielfalt effektiv zu schützen. Das unterstreicht die Notwendigkeit dafür, dass das GAP radikal angepasst werden muss und somit dem Verlust der Artenvielfalt in den Niederlanden und dem Rest von Europa ein halt zugerufen wird. Die Reform des GAP ist auch im Interesse der Landwirtschaft selbst, denn die zukünftige Landwirtschaft ist abhängig von den Diensten, die die Natur liefert, wie gesundes Land, genügend sauberes Wasser und bestäubende Insekten.

PvdD setzt sich für Veränderungen auf nationaler und europäischer Ebene ein

Die Partei für die Tiere plädiert in den Niederlanden und im Europäischen Parlament bereits seit Jahren für mehr Diversität in der Landwirtschaft, geschlossene Kreisläufe und kürzere Wege zwischen Bauern und Konsumenten. Das sind die Bausteine für gesunde und nachhaltige Lebensmittel. Biologisch, regionale, landgebundene Landwirtschaft muss die Norm werden.

Die Partei für die Tiere will, dass das gemeinsame Agrarbudget der Europäischen Union dafür eingesetzt wird, Bauern zu helfen auf biologische Landwirtschaft umzusteigen. Die Landwirtschaftssubventionen müssen auf lange Sicht abgeschafft werden. Außerdem sollte die Regierung die Promotion biologisch pflanzlicher Produkte aktiv unterstützen, damit Bauern ohne Subventionen ein gutes Butterbrot verdienen können.


PvdD Europaparlamentarierin Anja Hazekamp

PvdD Europaparlamentarierin Anja Hazekamp äußerte sich, während der letzten Versammlung der Europäischen Kommission für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung (AGRI), sehr kritisch über die europäische Agrarpolitik: “Milliarden Tiere leiden und sterben in der Viehwirtschaft, Artenvielfalt und Umwelt leiden unter dem großflächigen Einsatz von Pestiziden, Versauerung und Übermästung. Bäuerliche Familienbetriebe sind auf Kosten der Vergrößerungen untergegangen. Die Europäische Agrarpolitik benötigt eine radikale Kursänderung.”

(Text in Teilen vom Welt Natur Fond übernommen)