Parla­ments­fragen zur Ausbreitung ukrai­ni­schen Megastalls mit Millionen Masthühnern


12 Juli 2018

Die niederländische Partei für die Tiere hat, über die Ausbreitungspläne einer Geflügelfarm in Vinnytsia, Ukraine, Parlamentsfragen gestellt. Der Megastall ist Teil des monströsen Unternehmens MHP. Partei für die Tiere Parlamentarier Lammert van Raan will mehr über die Beteiligung der niederländischen Regierung an diesem Megastall, der 17 Millionen Masthühner zählt, wissen.

Ein Geflügelbetrieb mit mehr als 17 Millionen Masthühnern, schlachtet jährlich mehr als 170 Millionen Hühner. MHP will diese Zahl in ein paar Jahren mit gut 400 Millionen vergrößern. Um das Fleisch von 400 Millionen Hühnern zu verkaufen, probiert MHP neue Märkte anzubohren, namentlich den Markt in West-Europa. Die Journalismusplattform Politico berichtet, dass MHP unter anderem über den Fleischverarbeiter aus Veendal, Jan Zandbergen, „ukrainische“ Fleisch umbenennt und daraufhin als „niederländisches“ Fleisch verkauft. „Ist dies ein Vorbild für die Art und Weise, wie MHP die Importeinschränkungen der EU umgeht? Und stimmt es, dass das Assoziierungsabkommen mit Ukraine dies ermöglicht hat?“, fragt Van Raan den niederländischen Finanzminister Menno Snel.

‚Regierungsunterstützung‘
Auch niederländische Unternehmen profitieren von MHP. Unterstützt durch Exportkreditversicherungen, von der Regierung ausgehändigt, haben niederländische Unternehmen MHP mit kompletten Stalleinrichtungen, Schlachtapparatur, Brutmaschinen und Verpackungsmaterialien versorgt. Van Raan: „Niederländische Unternehmen machen so mit dieser schrecklichen Industrie kräftig Kasse.“

Exportkreditversicherung sind Versicherungen, bei denen der niederländische Staat die exportierenden Unternehmungen, gegen das Risiko, dass der ausländische Abnehmer nicht bezahlt, beschützt. Die Partei für die Tiere hat diese Form von Unterstützung durch die Regierung schon häufiger kritisiert. Im April diesen Jahres nahm das Parlament einen Antrag der Partei für die Tiere an, worin die Regierung den Auftrag erhielt, keine Exportkreditversicherung mehr abzusegnen, wenn die Risiken auf Schändung von Menschenrechten oder Umweltschäden zu groß sind.

Offizielle Beschwerde
Im Namen von Anwohnern der Umgebung, die sich um ihre Gesundheit und ihren Lebensraum Sorgen machen, haben die NGOs, BankWatch und der Accountability Counsel, formell Beschwerde bei der IFC (Teil der World Bank Group) und der EBRD (die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung) eingereicht. Diese finanziellen Organisationen haben der MHP seit 2003 gemeinsam 600 Millionen Dollar Kredit gewährt. Dabei sollen sie ihren eigenen Regeln nicht nachgekommen sein. Die Beschwerden sind als Empfangen erklärt und werden also in Behandlung genommen.