Weltlog Woche 18 – 2012


1 maggio 2012

Ab heute schreibe ich wieder regelmässig einen neuen Weblog! Tochter Amélie ist jetzt fast zwei Monate alt und es geht ihr gut. Meine Arbeit in der zweiten Kammer des Parlaments nehme ich am 14. Mai wieder auf. Esther Ouwehand und Anja Hazekamp haben in den vergangenen Monaten während meines Mutterschaftsurlaubes hervorragende Arbeit geleistet! Auch ich werde mich wieder mit ganzer Kraft dafür einsetzen die Niederlande ökologisch nachhaltiger und tierfreundlicher zu machen.

In den Niederlanden ist die Minderheitsregierung gefallen, weil Duldungspartner Wilders von der Partei für die Freiheit (PVV) das Sparpaket, dass das Haushaltsdefizit der Niederlande in 2013 nicht über die drei Prozentmarke steigen lassen soll, nicht unterstützt. Ich freue mich, dass die Regierung nicht weiter ihren unmöglichen Kollisionskurs folgen kann. Wir werden alles tun, um neue Möglichkeiten für Tiere, Natur und Umwelt zu realisieren! Eine schöne Herausforderung scheint mir, um im kommenden Wahlkampf bei den Themen Tiere, Natur und Umwelt von anderen Parteien mehr Konkurrenz als im Moment zu bekommen!

Am 12. September wird gewählt. Frühzeitige Wahlen bedeuten nicht zwangsläufig auch frühzeitig eine neue Regierung bilden zu können, wie wir in den vergangenen Jahren in den Niederlanden sehen konnten 😉 Wir sehen lieber ein grünes Übergangskabinett, das nach einer breiten Mehrheit sucht um die Krise anzupacken, als schnelle Neuwahlen. Menschen mit Ruhm und Namen, die über der Parteipolitik stehen, können solange übernehmen. Wir können es uns nicht mehr leisten um Wachstum nur mit finanziellen Begriffen zu definieren. Diese Kabinettskrise ist verschwindend klein im Vergleich zu der Klimakrise, Ernährungskrise, Artenvielfaltskrise, Wasserkrise und Tierkrankheitenkrise. Eine neue Politik, die langfristigen Interessen im Auge behält, ist unverzichtbar.

Der erste Wendepunkt ist schon zu sehen: die Volkspartei für Freiheit und Demokratie (VVD) und die Opposition können sich auf einen Abbau der umweltschädlichen Subventionen einigen. Damit könnten zwischen fünf und zehn Milliarden Euro eingespart werden. Selbst Altministerin Maria van der Hoeven (CDA = Christlich-Demokratischer Aufruf) ist überzeugt, wie im Guardian zu lesen ist: ‘Removing fossil fuel subsidies while ensuring all citizens have access to affordable energy’.

Eine Besonderheit am Rande: gegenüber unserem Parteibüro in Amsterdam hat ein Schwanenpärchen ihr Nest gebaut. So passen Schwäne sich also an unsere Konsumgesellschaft an: das Nest ist aus Plastikabfall gebaut. Schon Traurig, dass das Nest grösstenteils aus Plastik besteht, aber zum Glück hat ein Tierfreund auch etwas Stroh dazu gelegt!

Bis bald! Marianne